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Ein Überblick: Paid, Curated, Owned and Earned

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Folgende Weblogs beziehen sich auf Ein Überblick: Paid, Curated, Owned and Earned Media.:

Kommentare

JoachimWeiss said...

"Curated Media" ist doch dann sowas wie Open Directory - eigentlich eine ganz alte Geschichte. Das IKEA-Beispiel zeigt aber, dass Unternehmen eine Rolle dabei spielen können, innerhalb eines fokussierten Bereichs diese Filterfunktion zu übernehmen.

Peter. said...

Hallo Martin,

danke für die tolle Übersicht.
Curated Media hör ich auch zum ersten Mal - hört sich interessant an und vor allem nach einer noch größeren Herausforderung bezüglich der Glaubwürdigkeit eines Unternehmens als es Social Media bisher schon ist. Als Konsument muss ich ja sehr starkes Vertrauen haben, dass die Filter des Unternehmens einigermaßen objektiv sind.
Ist die Bosch-Community evtl. ein Beispiel dafür? Bosch hält sich hier als Absender stark zurück, bietet eine Plattform für den Austausch von Heimwerkerwissen und "erlaubt" Meinungen auch zu Produkten von Konkurrenten.

http://www.1-2-do.com/

Martin Oetting said in reply to Peter....

Gute Frage. Wenn ein Unternehmen eine Community selbst betreibt und dort die Inhalte sammelt, erscheint mir das aber eher als "Owned Media". Das wird natürlich nicht so laut gesagt, aber die Inhalte liegen ja letztlich auf deren eigenen Servern. Bei "curated" geht's mehr darum, die Inhalte, die sonstwo im Netz zu finden sind, zu ordnen und zu sichten. Natürlich hat das ganz viel mit Glaubwürdigkeit zu tun - darin liegt die Herausforderung aber auch die Chance.

Allerdings stimme ich Dir insofern zu, als es da sicher Graubereiche gibt, die sowohl zum einen als auch zum anderen gehören - daher sind das ja im Bild auch keine abgegrenzten Bereiche, sondern es gibt Überschneidungen zwischen den Kreisen.

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Ein Überblick: Paid, Curated, Owned and Earned Media.

Für viele Marken stellt sich die Frage, wie sie in der Medienrevolution ihre mediale Kommunikation umfassend planen können. Die Dreiteilung in Paid, Owned und Earned Media (zu Paid und Earned hier auf dem Blog schon an dieser Stelle) hat sich dabei als nützliche Kategorisierung erwiesen. Ich habe mir über das Thema kürzlich bei der Vorbereitung eines Workshops für die Good School auch ein paar Gedanken gemacht. Dabei fiel mir auf, dass ein vierter Ansatz in der Auflistung noch fehlt. Dabei ist es einer, der in jedem Fall Beachtung verdient: "Curated Media".

Die folgende Aufstellung soll die dadurch entstehende Vierteilung verdeutlichen:

Paid_curated_owned_earned Paid Media ist der klassische Ansatz - ich gebe Geld dafür aus, dass meine Botschaften auf den Kanälen anderer Medienbetreiber gezeigt werden. So funktioniert die Werbung seit Jahrzehnten. Nur leider immer weniger wirksam. Diese Art medialer Reichweite sollte man deshalb aber nicht aus dem Portfolio verbannen - sie spielt weiterhin eine Rolle für die passive Rezeption von Botschaften, in einem Low-Involvement-Umfeld. "Finance" habe ich dran geschrieben, denn die primäre Herausforderung seitens des Unternehmens besteht hier darin, dass die Sache bezahlt werden muss.

Owned Media ist ein eher neues Phänomen - hier gehen Unternehmen daran, selbst Betreiber von Media-Kanälen zu sein. Das findet mittlerweile überwiegend virtuell statt. Letztlich gehört jede Unternehmens-Website und jedes Corporate Blog in diese Kategorie. Aber natürlich gibt es dieses auch in der Offline-Welt: wenn Unternehmen wie VW die Autostadt bauen, dann ist das eindeutig ebenfalls dem Bereich "Owned Media" zuzuordnen. Um "Manage" geht es dabei aus Sicht des Hauses - man muss sich drum kümmern.

Earned Media, rechts unten, ist das gesamte Spektrum dessen, was man in anderen inspiriert. Der gesamte Bereich Social Media gehört dazu - aber natürlich nur der Teil Social Media, der in anderen, nicht dem Unternehmen selbst gehörenden Kanälen abläuft. Dort also, wo Fans und Gegner, Freunde und Feinde des Unternehmens, sowie ganz normale Kunden ihre Meinungen austauschen. In diesem Feld arbeiten wir bei der trnd AG, mit unserem Ansatz für Word-of-Mouth Marketing. Letztlich muss das Unternehmen diese Art der Kommunikation "inspirieren" können.

Curated Media dagegen fehlen noch immer ein wenig in der Debatte. Vielleicht, weil es hierzulande noch nicht interessant genug erscheint. Vielleicht auch, weil sich die Beispiele bislang, wenn überhaupt, noch in der Offline-Welt abspielen. Es geht dabei um Ansätze, bei denen Unternehmen sich darum bemühen, beim Filterproblem zu helfen. Durch die sich vervielfältigenden Mediakanäle entsteht heutezutage ja ein Filterproblem, weil wir alle dringende Unterstützung brauchen - maschineller oder menschlicher Art - in dem Wust an Informationen, Meldungen und Meinungen einen Überblick zu bewahren. Da kann auch ein Unternehmen ein Thema besetzen, indem es zu diesem gekonnt filtert. Beispielsweise wäre denkbar, dass IKEA eine Suchmaschine betreibt, in der nur Inhalte aus speziell fokussierten Inneneinrichtungsblogs und -magazinen abgesucht werden. Wenn das gut gemacht ist, kann das eine vertrauenswürdige Anlaufstelle im Netz schaffen, die die Kompetenz des Unternehmens in diesem Bereich untermauern hilft. Das "Filtern" der Inhalte steht hier also im Vordergrund.

Natürlich kann man nun die Abhängigkeiten und Verbindungen zwischen den vier Kreisen intensiv untersuchen und beschreiben. Das wäre dann ein Buchprojekt. Wer hat Lust und Zeit? :)